Der Begriff Legasthenie (auch Dyslexie vor allem im englischsprachigen Raum) steht für Schwierigkeiten im Erwerb des Wortlesens und/ oder Wortschreibens. Da es sich hier um zwei Fertigkeiten handelt, die sehr eng miteinander verknüpft sind, spricht man je nach Ausmaß entweder von einer Lese-Rechtschreibschwäche oder von einer Lese-Rechtschreibstörung (LRS). Probleme (Schwäche oder Störung) in diesen beiden Fertigkeiten können aber auch isoliert vorkommen. In diesem Fall spricht man von einer isolierten Leseschwäche/-störung oder von einer isolierten Rechtschreibschwäche/-störung.

Vor dem Hintergrund, dass Lesen und Rechtschreiben im Schulwesen und auch im Alltag eine sehr wichtige Grundkompetenz bilden, ist es notwendig, hier möglichst frühzeitig mit den passenden Maßnahmen gegenzusteuern. Vor allem um zu verhindern, dass es zu sekundären Folgeproblemen (z.B. psychische, soziale usw.) kommt.

Es ist außerdem wichtig zu erwähnen, dass es nicht die typischen LRS-Fehler gibt. Denn die Symptome für LRS sind sehr vielfältig, sowie auch die Ursachen dafür. Da zudem Lese-Rechtschreibschwäche und Lese-Rechtschreibstörung nicht allein ausgehend von den Symptomen zu unterscheiden sind, braucht es professionelle Testungen (psychologische Testungen) und im Nachhinein Instruktionsprogramme und Begleitprozesse, um diese Fertigkeiten mithilfe eines individuell zugeschnittenen Programmes zu vermitteln.

Die ersten Anzeichen für eine LRS können schon im Vorschulalter beobachtet werden. Einige wichtige Kennzeichen dafür sind:

  • Verspäteter Beginn des Sprechens
  • Entwicklung eines geringen Wortschatzes
  • Schwierigkeiten bei der Artikulation und Aussprache von Wörtern
  • Verwendung von wenig komplexen und kurzen Sätzen  
  • Schwierigkeiten beim Bilden von Reimen
  • Schwierigkeiten beim Klatschen von Silben
  • Schwierigkeiten Wörter und Texte zu merken
  • Allgemeines Desinteresse an Sprach- und Singspielen

Um Vorarbeit leisten zu können, empfiehlt es sich beim Auftreten dieser Kennzeichen eine Testung schon im Vorschulalter zu machen. Im Regelfall wird aber eine Lese-Rechtschreibschwäche erst am Ende der ersten oder Anfang der der zweiten Schulstufe identifiziert, wenn es darum geht, Wörter richtig zu verschriftlichen.